OSTEOARTHROSEN
primäre / idiopathische und sekundäre
/ symptomatische  Osteoarthrosen

Die Begriffe "Osteoarthrosen" und "Art hrosen" sind von der Bedeutung her identisch, beide Ausdrücke meinen also die gleiche Krankheit.

Das Wort "Osteoarthrosen" bezeichnet vorwiegend degenerative (=  formale (strukturelle) und funktionelle Abweichungen von der Norm im Sinne der Funktionsminderung, insbesondere unter Bezugnahme auf qualitative Teilschäden der Zelle als Ergebnis zellulärer und geweblicher Stoffwechselstörungen, nach Roche) Gelenkerkrankungen verschiedenster Ursache.

Osteoarthrosen sind zunächst eine Erkrankung des Gelenk knorpels, im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Umbildung des knorpelnahen Knochen s, einhergehend mit Schmerz  en, Schwellungen, Bewegungseinschränkung und Deformierung der Gelenke. Zunächst bestehen nur Bewegungsschmerzen und später tritt ein Ruheschmerz hinzu.

Das Risiko, Ar throsen zu bekommen, ist sehr hoch, vor allem im Alter. Bei über 70-jährigen Menschen sind bereits zu 80% Osteoarthrosen vorhanden, während nur 4% der 20-jährigen Osteoarthrosen haben, Frauen sind häufiger betroffen.

Man unterscheidet zwei Formen:

1.     Idiopathische oder primäre Osteoarthrosen. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Gelenks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung. Die Ursache ist nicht bekannt.

2.     Sekundäre / symptomatische Osteoarthrosen nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatoide Arthritis (= Gelenkentzündung), kongenitale Luxationen (= angeborene Gelenkausrenkungen), Frakturen (= Brüche) gelenknaher Kn ochen (posttraumatische Osteoarthrosen), idiopathische (= ohne erkennbare Ursache entstandene) Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) des Gelenkkopfes, Überlastungen (Kniegelenk e beim Fliesenleger), aber auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Beine (X- oder O- Beine) oder vorausgegangene Gelenksentzündungen (Arthritis).  
Zur Prävention
(= Vorbeugung) von Osteoarthrosen sollten deshalb bei Fehlbelastungen präarthrotische (= vorausgehende, begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

Bei deformierenden (= verunstaltenden) Osteoarthrosen (Osteoart hrosis defor mans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und Belastbarkeit. Betroffen sind vor allem das Hüftgelenk und Kniegelenk.

Eine Arth
rose der Unkovertebralgelenke (= "Halbgelenke" an der Halswir belsäule zwischen einem Vorsprung der Deckplatte und der Abschlußplatte benachbarter Wirbelkörper), die sog. Uncarthrose bzw. Unkovertebralarthrose, kann zu einem Schmerz in der Halswirbelsäule bzw. zu einem Zervikal-Syndrom führen.

Osteoarthrosen der kleinen Wir bel gelenke hpts. im Lenden bereich kann Rückenschmerzen verursachen. Man spricht dann von einem sog. Facetten-Syndrom.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Osteoarthrosen große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Die Behandlung mit Hyaluronsäure hat sich als wirksame Therapie bei von Osteoarthrosen befallenen Gelen ken etabliert. Speziell für die Behandlung der kleinen Synovialgelenke (= echtes Gelen k , also mit Gelenkspalt, Gelenkkapsel und Gelenkschmiere) gibt es eine Mini-Fertigspritze (1 ml Natriumhyaluronat).

Nicht wenige Patienten mit Schmerzen aufgrund von Osteoarthrosen kommen zum Schmerztherapeut, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne, spezielle Schmerztherapie verfügt gerade bei Osteoarthrosen über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
 

Schmerztherapie bei Osteoarthrosen:

Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können bei arth rosebedingten Schmerzen zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor. Zu dieser Gruppe gehört auch Lumiracoxib (Prexige®). Dieses Medikament soll sich in der Synovia (= schleimhaltige, fadenziehende Gelenk flüssigkeit bzw. Gelenk schmiere) anreichern und deshalb für die Schmerztherapie bei Arth rose besonders geeignet sein.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber die Schmerz
zustände bei Osteoarthrosen nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber auch bei Osteoarthrosen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Arthroseschmerzen wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Bei einem anhaltenden Schmerz aufgrund von Osteoarthrosen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei werden die schmerzhaften Gelenk e wiederholt (stationär bei uns zweimal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. 
Schmerzhafte Gelenke können auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Nerven
- bzw. Leitungsblockaden in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.

Nerven und  
Nervengeflechte:

zugehörige Gelen ke:

---------------------------- ---------------------------------------
Plexus brachialis: Ellenbogen, Hand - und Fingergelenk e, mit der retrograd hohen Variante**, oder auch interskalenär***, kann auch das Schultergelenk erreicht werden
Plexus lumbalis (mittels
    
N. femoralis-Katheter):
Hüftgelenk
N. femoralis: Kniegelenk
N. ischiadicus: Fußgelenk e

** Einpflanzung am Oberarm und Abstauung während der Katheterfüllung, *** Einpflanzung des Katheters im unteren, seitlichen Halsbereich

Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei einem stärkeren Schmerz durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) überhaupt erst möglich werden. Diese Nervenblockade n haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. 
Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei Osteoarthrosen nicht nur symptomatisch
(= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).

Aktuell schreibt die Deutsche Osteoarthrosen-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Art hrosen in der fte? Schmer zen in der fte können in vielen Fällen auf Durchblutungsstörungen hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Art hrosen des Hüftgelenk s."

*   Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

Physikalische Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Osteoarthrosen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem betroffenen Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine sog. Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. 
Manche Patienten mit Osteoarthrosen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls einen chronischen Schmerz lindern, gleiches gilt für die Wärmekammer
Auch die Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) ist bei Osteoarthrosen eine gute Indikation
(=Anzeige).
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Osteoarthrosen nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten. Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Maßnahmen zur Schmerztherapie bei Osteoarthrosen
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) nicht unerwähnt bleiben. 
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei chronischen, osteoarthrosen bedingten Schmerz ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Kommt man um eine Operation (künstlicher Gelenkersatz) nicht herum, weil z.B. durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

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Aktualisiert: >11.03.2007</> ku sB
A
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C
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G Gastritis, Gehirninfarkt, Gehirnschlag, Gehörsturz (www.gehoersturz.org), Genikulatumneuralgie, Geräusche im Ohr (www.ohr-geraeusche.com), Gesichtsneuralgie (http://www.gesichtsneuralgie.eu), Gesichtsschmerzen (http://www.gesichtsschmerzen.eu), Gesichtsrose (www.gesichtsrose.com), Gliederschmerzen (www.gliederschmerzen.com), Glossitis, Glossodynie, Glossopharyngeus-Neuralgie, Golferarm (www.golfer-arm.de), Gonarthritis (www.gonarthritis.de), Gonarthrose, Grazilis-Syndrom (www.grazilissyndrom.de), Gürtelrose (www.guertelrose.co.uk) (1), Gürtelrose (www.guertelrose.net) (2), Guyon-Syndrom 
H Halsrippensyndrom, Hämorrhagischer Insult (www.haemorrhagischer-insult.de), Haglund Ferse, chronisches Halswirbelsäulensyndrom, Handgelenkarthrose,
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M
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T Tarsaltunnelsyndrom (www.tarsaltunnelsyndrom.de),
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Z Zeckenbiß (www.nervenschaeden.de/zeckenbiss), Zeckenborreliose (www.zeckenborreliose.de), Zeckenerkrankungen (http://www.zeckenerkrankungen.de), Zephalgie (http://www.zephalgie.eu), zervikaler Bandscheibenvorfall, Zehenentzündung, chronisches Zervikal-Syndrom, Zervikobrachialsyndrom, Zervikogener Kopfschmerz, Zervikozephalgie, Zosterneuralgie (www.brennschmerzen.de/zosterneuralgie), Zosterschmerz

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